Fruchtbarkeit beim Mann

Liegt es an mir, dass meine Frau nicht schwanger wird?

Beim Erstgespräch in unserer Kinderwunschsprechstunde sollte immer auch der männliche Part dabei sein. Bereits im Vorfeld sollte er sich von einem Andrologen (oft ein Urologe mit der Zusatzqualifikation „Andrologie“) untersuchen lassen, ob irgendwelche Einschränkungen vorliegen. Wenn Sie wollen, können Sie diese Untersuchungen auch direkt in unserer Fachklinik durchführen lassen. Vereinbaren Sie mit unserer Rezeption einen Termin in der Privatsprechstunde unserer Andrologin, der Fachärztin für Urologie, Frau Dr. Eike Eichelberg.

Ein solcher Besuch bei einem spezialisierten Arzt ist für Männer zwar ungewohnt. Die körperliche Untersuchung zur Abklärung der Unfruchtbarkeit ist aber unbedingt zu empfehlen.

Sind es die Hormone?

Hormonelle Ursachen für eine Unfruchtbarkeit sind bei Männern relativ selten. Auch hier kann der „Männerarzt“ weiterhelfen. Bei seltenen Hormonstörungen, wie Funktionseinschränkungen von Zwischenhirn und Hirnanhangdrüse, wie beim Kallmann-Syndrom, wissen viele Kollegen die Erfahrung unseres Zentrums auf diesem Gebiet zu schätzen und kooperieren mit uns. Sie wissen, dass wir häufiger solche „Exoten“ unter unseren Patienten haben.

Eine weitere Ursache für Unfruchtbarkeit: Hodentumor!

Leider gilt das auch für eine andere Gruppe junger Männer: Denn auch ein Hodentumor führt zur Unfruchtbarkeit. Daher sollte bei unerfülltem Kinderwunsch immer auch eine klinisch-andrologische Untersuchung einschließlich einer Ultraschalluntersuchung der Hoden durchgeführt werden. Immer wieder müssen wir betroffene Männer über das Einfrieren von Samen vor der notwendigen Tumoroperation oder Bestrahlung aufklären, damit einem späteren Kinderwunsch nichts entgegensteht.

Blockierte Samenleiter

Eine weitere mögliche Ursache der männlichen Unfruchtbarkeit ist mechanischer Natur: die Samenleiter sind durchgängig oder sind nicht vollständig angelegt, sei es wegen einer vorangegangenen Vasektomie (Durchtrennung der Samenleiter als Methode der Empfängnisverhütung), als Folge einer Entzündung oder auch genetisch bedingt wie bei einer genitalen Form der Mukoviszidose oder auch einer Mukoviszidoseerkrankung. Eine sichere Methode, die Samenleiter wieder durchgängig zu machen und wieder befruchtungsfähige Samenzellen zu haben, gibt es nicht. Die beste Chance, Spermien für die Befruchtung zu gewinnen, haben wir dann mit einer TESE (testikuläre Spermienextraktion). Bei diesem ambulanten Eingriff werden operativ kleine Stücke Hodengewebe entnommen, die anschließend auf Spermien für eine künstliche Befruchtung untersucht werden. Hier ist die Erfolgsrate sehr gut, zumal das gewonnene Gewebe eingefroren werden kann und für mehrere Versuche verfügbar ist.