Präimplantationsdiagnostik im PID-Zentrum Regensburg

Wenn ein Paar es vermeiden will, eine familiäre Erbkrankheit an ein Kind weiterzuvererben, können wir zuverlässig mit einer Präimplantationsdiagnostik (PID) helfen. Denn in der Familie bekannte Erbkrankheiten können durch eine genetische Untersuchung gezielt ausgeschlossen werden. In einem sehr frühen Entwicklungsstadium werden dazu Embryonen auf dieses eine Erbleiden hin untersucht. Nur die von der Krankheit nicht betroffenen Embryonen werden dann in die Gebärmutter übertragen. So wird den betroffenen Frauen eine Konfliktschwangerschaft erspart, in der sie sich vor die traumatische Alternative gestellt sehen könnten, über einen Abbruch nach positiver Pränataldiagnostik zu entscheiden.

Besonders für Frauen, die während einer vorangegangen Schwangerschaft oder nach Geburt eines schwerst geschädigten Kindes von ihrem familiären Risiko erfahren haben, ist es oft unerträglich, sich mit einer weiteren Schwangerschaft einem erneuten Risiko auszusetzen. Daher eröffnet das Embryonenschutzgesetz den betroffenen Paaren die Möglichkeit, nach einem Ethikvotum eine PID durchführen zu lassen.

Hier kann profertilita als eines der wenigen PID-Zentren in Bayern auf eine lange Erfahrung zurückblicken.

Bei der Trophektodermbiopsie werden dem Embryo einige von den Zellen entnommen, die später am Aufbau der Plazenta beteiligt sind. Da das Embryo dabei in seinem Kern (Embryoblast) nicht berührt wird, ist es das schonendste Verfahren der PID Diagnostik. In unserem PID-Zentrum ist es mittlerweile Standard.

Trophektodermbiopsie und Polkörperdiagostik

Prof. Dr. Monika Bals-Pratsch und Dr. Dagmar Gutknecht sind seit mehr als 15 Jahren mit der Polkörperdiagnostik (in Deutschland) und der Blastomerenbiopsie (in den Niederlanden) erfolgreich. Seit 2011 führen Frau Bals-Pratsch und Frau Gutknecht in unserem Zentrum gemeinsam sehr erfolgreich die PID mit Hilfe der Trophektodermbiopsie durch. Sie ist die schonendste Methode zur Gewinnung von Zellen eines Embryos, da die entnommenen Trophektodermzellen für die Entwicklung des Embryos keine Rolle spielen: es sind Zellen, die so programmiert sind, dass sich aus ihnen nur noch die Plazenta entwickeln kann.

Die erste Schwangerschaft nach Trophektodermbiopsie bei profertilita wurde gleich bei der ersten Behandlung erreicht. Das Baby wurde am 14. November 2012 geboren. Die genetische Untersuchung der in unserem Zentrum gewonnen Trophektodermzellen führt die renommierte Genetikerin Dr. Dr. Claudia Nevinny-Stickel in unserem humangenetischen PID-Zentrum in München durch.

Die klinische Schwangerschaftsrate nach PID liegt in unserem PID-Zentrum pro Punktionszyklus mit Transfer bei 80%. Bei dieser außergewöhnlich guten Erfolgsrate ist aber einschränkend zu bedenken, dass bei 40% der Punktionszyklen kein Embryo für einen Transfer vorhanden ist, weil oftmals alle untersuchten Embryonen Träger des Krankheitsgens sind.

Gemeinsam mit unserem bayerischen Berufsverband setzen wir uns dafür ein, die PID strikt von der Euploidie-Kontrolle zu unterscheiden, da hierbei eine ganz andere Zielsetzung verfolgt wird: während mit der Euploidie-Kontrolle sichergestellt werden soll, dass ausschließlich entwicklungsfähige Blastozysten übertragen werden, geht es bei der PID darum, von einer bestimmten Erbkrankheit betroffene Embryonen vom Transfer auszuschließen.